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Die Gründung der Stiftung Haus Rosengarten

Die Stiftung Haus Rosengarten wird 1978 unter 12 Mitstiftern, darunter die Pro Prättigau, der Bündner Heimatschutz und der Verkehrsverein Grüsch gegründet. Zwei Jahre später erfolgt der Kauf des “Rosengartens”, um ihn der Spekulation zu entziehen, der Talschaft zu widmen, ihn einerseits auszubauen und anderseits ein Heimatmuseum, Kulturarchiv, eine Bibliothek, ein Kellertheater unter einem mächtigen Dach zu einem Gesamtkunstwerk zu vereinen. Eine Einzigartigkeit unter mit ihm verwandten Institutionen.
Bauboom 17. Jahrhundert in Grüsch

Jacobus von Ott setzte den Grundstein des “Rosengartens” Mitte 16. Jahrhundert, d.h. früher als die mit dem Herrenhause verwandten Patrizierhäuser, die im Bauboom des 17. Jahrhunderts aus einer Zeit der Stabilität und Prosperität entstanden. Die Geschichte des von Ottschen Hauses beginnt prospektiv. Eine Renovation wird dann Andreas von Ott um 1689 zugeschrieben. Der Balkonanbau mit den Freitreppen und das schmiedeeiserne Balkongeländer geht auf Andreas von Ott (1709-1771) zurück. Er galt als einer der begütertsten Grundbesitzer im Prättigau, ehrte den Namen von Ott, der sich von öd, Besitz herleitet. Söhne des Andreas, Jacobus (1772-1839) und Peter (1778 – 1856) teilten das Doppelhaus.
Der Rosengarten im Wandel der Zeit

Zweimal im 19. Jahrhundert war das Gebäude Betriebsstätte fürs Verarbeiten von Schafwolle, für welche einheimische Frauen abends arbeiteten. Von ihnen rühren Geschichten von nächtlichen Totenvölkern her. Der Name “Rosengarten” stammt gleichfalls aus dem 19. Jahrhundert, indem eine Schenke unter diesem Namen eingebaut wurde. Als Junkerhaus verfügt es auch über einen (Junker-) Garten, und der Name blieb dem Herrenhause so erhalten. Eine Fassadenrenovation und verschiedene Innenausbauten gehen auf Hans Peter von Ott (geb. 1930) zurück. Die letzten grossen Investitionen von über 1 Million Franken verdanken sich der heutigen Eigentümerin, der Stiftung.
Die Baugeschichte des Rosengartens

Die Baugeschichte verbindet sich strikt mit dem Geschlecht der von Ott, die von Davos her zuwanderten. Indem sie sich als “Junker” bezeichnen, erbauten sie sich ein “festes Haus”. Es verfügt über keinen Turm und ist den landwirtschaftlichen Bauten näher. Der “Rosengarten” schmiegt sich ins Dorfbild ein, und prägt doch zusammen mit weiteren patrizischen Bauten wie der “Krone”, dem Pfrundhaus und dem Grosshaus dieses mit. Innen finden sich langgezogene Korridore, ein “Rittersaal”, eine getäferte Prunkstube mit Kassettendecke, feingearbeitete Stuck-Medaillons, eine reichgeschnitzte Tür, schmiedeeiserne Gitter, Stuckdecken und -Medaillons und gekachelte Öfen. Einige “Kapitalstücke” wie Betten sind veräussert worden.
Vom Junkerhaus zum Rosengarten

Die von Ott waren mit weiteren führenden Familien verschwägert, wofür die Allianzwappen ob den Türen stehen. Sie sympathisierten mit der spanischen, dann mit der österreichischen Partei. Ihre gehobene Lebensweise, ihr “savoir vivre’” finanzierten sie sich durch Sold, Landesämter und Parteitätigkeit. In dem Gaubünden in gesamteuropäische Konflikte zwischen Habsburg und Bourbon gebeutelt wurde, vermochte eine oberste gesellschaftliche Schicht trotzdem draus zu profitieren. Ist der alte Name Junkerhaus für den Rosengarten wegleitend, bekleiden die von Ott Ämter in der Justiz. Junker sind für diesen Dienst traditionell prädestiniert
Handel und Wandel im Prättigau

Das vordere Prättigau ist – auch heute – Gewerbezone, die sich anfangs 19. Jahrhundert herauskristallisierte. Die Französische Revolution schuf Handels- und Gewerbefreiheit. Sie ist durch ein Konvolut von Hunderten von Geschäftsbriefen bezeugt, mit denen Prättigauer:Innen bei einem Malanser “Kolonialwarenhändler” Güter des täglichen Bedarfs bestellen. Die selbstversorgende Naturalwirtschaft lief aus. Der Handel entwickelte sich dynamisch. Setzte er mit Liefern von Getreide, begleitet durch Bestellen von Wein und Branntwein ein, stiegen die Ansprüche. Mitte 19. Jahrhundert wird auch Seide aus Flandern bestellt.
Ehemalige Zollstätte ins Prättigau

Kaufmann Peter Hartmann, wohnhaft in Malans, sah die Chance für sein Geschäft gekommen, als die “Kolonialsperre” Kaiser Napoleons wegfiel, welche den Handel mit den Kolonien unterband. Der Kaiser war geschlagen, der Handel blühte auf. Sein Handelshaus begründete die Geschichte Landquarts als Gewerbezentrum. Eine Produktions- und Betriebsstätte von Glaswaren ergänzte es mit einheimischer Produktion.
Das Kauf- und Lagerhaus befindet sich bis heute an der ehemaligen Zollstätte bei der Landquarter Rheinbrücke, auf welche hin die Transporte von Malans her mündeten. Zwei mächtige, bogenförmige Toreinfahrten und Torausfahrten seitlich bezeugen den Handelstransport auf der Strasse, bis die Eisenbahn durchs Rheintal heraufkam, Amazon sich ankündigte.

Doris Kühn
Geschäftsstelle & Kellerbar

Denise Camenisch
Leitung
Kellertheater

Jean-Claude Cantieni
Leitung
Kulturarchiv

Urs Giger
Leitung
Kleiderfundus

Achim Gansner
Leitung
Museum

Brigitte Battaglia
Betriebsleitung
Kleiderfundus

Edith Janett
Künstlerbetreuung
Kellertheater

Andrea Kuhn
Reservationen
Kellertheater

Christof Peyer
Ton/- und Lichttechnik
Kellertheater

Urs Waldmann
Mitarbeiter
Kulturarchiv

ChristophPflugfelder
Mitarbeiter
Kulturarchiv

Beat Hartmann
Präsident
Gönnerverein

Christoph Jaag
Präsident

Marcel Conzett
Vizepräsident

Ingrid Braun
Marketing

Thomi Kessler
Bau
Die 1978 als Trägerschaft gegründete Stiftung Haus Rosengarten konnte Ende 1979 das seither unter Denkmalschutz stehende Gebäude von der Familie von Ott erwerben und nach ersten Sanierungsmassnahmen 1981 als regionales Kultur- und Begegnungszentrum eröffnen.
Stiftungsrat Mitglieder:
Christoph Jaag, Präsident und Finanzen
Marcel Conzett-Roffler, Vizepräsident und Gemeindevertreter
Thomi Kessler, Bau und Infrastruktur
Ingrid Braun, Marketing und Kommunikation
Ehrenmitglieder:
Christian Brosi-Janett
Andrea Disch
Hansluzi Kessler
Sponsoren









